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Gedanken zur Zukunft des Präsenzlernens

07 Jan 2018

Im Jahr 1957 wurde die Firma Digital Equipment Corporation (DEC) gegründet. In den 80er Jahren war DEC der zweitgrößte Computerhersteller der Welt. In jenen Jahren gab Ken Olson, der Gründer von DEC, eine fatale Zukunftsprognose ab. Er sagte 1977: „Es gibt keinen Grund, warum jeder einen Computer zu Hause haben sollte.“ Mit dieser Prognose im Hinterkopf und mit einer großen Portion Selbstzufriedenheit ob des Erfolges und der eigenen Größe wurde das Aufkommen der PCs schlicht und einfach verschlafen. In den 90er Jahren wurde DEC aufgelöst.

Prognosen wie die von Ken Olson verstellen den Blick auf mögliche Entwicklungen mit zum Teil fatalen Konsequenzen. In der beruflichen Weiterbildung gibt es aktuell eine vergleichbare Prognose, die unter Trainern sehr beliebt ist: „Präsenzlernen wird es immer geben“. Warum, so muss man fragen, sollte es das?

Stellen wir uns einmal folgendes Szenario vor. Das Wissen, dass wir für unseren Job benötigen, gibt es umfassend und schnell auffind- und filterbar im Internet. Das ist heute in weiten Bereichen schon der Fall, also keine Zukunftsmusik. Stellen wir uns aber weiter vor, dass wir einen elektronischen Sparringspartner haben, sei es einen intelligenten Roboter oder einen Algorithmus, ein Programm, über das wir über das Internet zugreifen können und z.B. Szenarien durchspielen können wie Konfliktgespräche, Teamdiskussionen, Verkaufsgespräche, etc. Unser virtuelles Gegenüber reagiert dabei wie ein Mensch, fordert uns mit schrägen Antworten, lernt aus unserem Verhalten, stellt sich immer mehr auf uns ein und fordert uns noch mehr. Ist am Ende sogar der bessere Trainingspartner als ein menschliches Gegenüber. Warum soll ich dann warten, bis in zwei Monaten ein entsprechendes Seminar angeboten wird? Warum soll ich die Reise in Kauf nehmen und mich zwei Tage in einen Seminarraum setzen und viele Dinge hören, die ich schon kenne oder die ich nicht brauche? Zeit ist Mangelware.

„Das ist nicht vorstellbar!“ höre ich jetzt schon viele sagen. „Der Mensch ist doch ein soziales Wesen und will Kommunikation.“ Stimmt. Aber hätten wir uns vor einigen Jahren vorstellen können, dass dieses soziale Wesen mit Freunden im Restaurant sitzt und einen mehr oder weniger großen Teil der Zeit mental eben nicht im Restaurant, sondern in den Weiten des Internets kommunikativ unterwegs ist? Die technische Entwicklung verändert auch uns und unsere Verhalten, und was heute nicht vorstellbar ist kann ihn wenigen Jahren schon Realität sein.

Ob wir Trainer es wollen oder nicht, wir müssen darauf einstellen, dass es das Präsenzlernen wie wir es kennen schon in wenigen Jahren nicht mehr geben wird. Und auch die Personalentwickler müssen sich darauf einstellen, dass die Nachfrage nach den klassischen Seminaren rasch sinken wird, wenn elektronische Alternativen verfügbar sind, die uns erfolgreich machen und unser kostbarstes Gut, die Zeit, sparen.

Was ist zu tun? Trainer, Personalentwickler und alle mit Bildung und Weiterbildung betrauten müssen sich noch viel mehr als heute mit den digitalen Möglichkeiten vertraut machen. Müssen hier neue Betätigungsfelder für sich identifizieren. Und was bleibt vom Präsenzlernen? Es bleibt, was den Menschen wirklich wichtig ist, nämlich die Präsenz und nicht das Lernen. Wichtig ist also Begegnung, Diskussion, Erfahrungsaustausch, Spaß haben, lecker Mittagessen und vieles mehr. Und vieles von dem mitnehmen aus diesen Begegnungen, was virtuell zumindest noch nicht geht. In diese Richtung wird sich Präsenz“lernen“ entwickeln. Und das könnte schneller gehen als wir denken.

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

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Konrad Fassnacht

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